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Zeltlager der Pfarrjugend 2020 dezentral in zwölf heimischen Gärten: 
Statt "Zeltlager wie gewohnt" gab es "wegen Corona" als gelungenen "Ersatz": "Auf heißer Spur - Ihr findet uns nie!
Hier ein Bericht von Christian Fenn.

Das Hammelburger Zeltlager für Pfarrjugendkinder ist mehr als einfach nur zelten zu gehen. Zehn Tage in der freien Natur mit vielen anderen Kindern, Gruppenleitern und tollen Spielen, leckerem Essen, Spannung und einem bunten Abschluss sind ein einzigartiges Erlebnis, auf das man – einmal teilgenommen – nicht mehr verzichten möchte. Deshalb fiebern viele Kinder das ganze Jahr auf Zeltlager hin. „Zeltlagerfamilie“ nennen es die Gruppenleiter. Dieses Jahr hat ihnen „Corona“ aber einen ordentlichen Strich durch die Rechnung gemacht, und das Zeltlager drohte zum ersten Mal auszufallen. Aber so ein Sommer ganz ohne Lager konnte sich niemand vorstellen. Deshalb musste ein Corona-tauglicher Ersatz geschaffen werden. Und das ist dem Zeltlagerteam zweifelsohne gelungen!

Anders als sonst haben die Kinder ihre „Zelte diesmal selbst zusammengestellt. Um die Abstandsregeln einhalten zu können, wurde das Zeltlager kurzerhand über ganz Hammelburg und Obererthal verteilt. Dort zelteten vom 5. bis 9. August insgesamt 41 Kinder an zwölf unterschiedlichen Standorten und ließen sich diesmal von ihren Eltern verwöhnen. Darum erhielten die Eltern einen genauen Zeitplan für Essens-, Spiel- und Schlafenszeiten. Außerdem standen sie im regelmäßigen Kontakt zu den Gruppenleitern.

Das Betreuerteam hingegen übernachtete, kochte und steuerte die Spiele im Jugendzentrum Hammelburg. Dort hatten sie sich ein „Sendestudio“ eingerichtet, in dem auch Zelte standen, Decken auslagen und Baumstämme eine Kulisse bildeten. Mehrere Computer und Kameras machten es möglich, über Videobotschaften im Livestream direkt mit den Kindern Kontakt aufzunehmen. Anders als sonst auf Zeltlager waren deshalb diesmal Handys nicht verboten, sondern für die Teilnahme notwendig.

Zu jeder Sendezeit waren jeweils zwei „Zelte“ (natürlich auf getrennten Sofas) ins Jugendzentrum eingeladen, um zusehen und direkt in die Show eingebunden werden zu können. „Noch zehn Sekunden – noch fünf Sekunden – Sendung läuft!“. Ein kurzer Einspieler – und schon waren die Betreuer zu Hause auf den Bildschirmen der Smartphones dabei zu beobachten, wie sie die nächsten Aufgaben erklärten, Kinder interviewten oder Ergebnisse einspielten. – Kurzer Einspieler – „zehn Sekunden Zeit zum Wechseln!“ – Betreuer von der Bühne – Kinder ins Bild – „Sendung läuft!“

Gleich am ersten Abend durften die Teilnehmer in einem ersten eigenen Film sich, ihren Schlafplatz, Garten und die kochenden Eltern vorstellen. Kaum war der zweiminütige Kurzfilm verschickt, konnte er auch schon an alle gesendet werden.

Um möglichst viel Zeltlagerstimmung vom Wald in die Stadt zu holen, durften natürlich die typischen Lagerspiele nicht fehlen. Dazu gehörte auch der jährliche Wettbewerb, eine unbekannte Aufgabe mit den vorhandenen Mitteln zu lösen. „Baut ein mobiles Lagerfeuer“, oder „Erfindet eine Dreckmachmaschine, die euch nach Zeltlager aussehen lässt“ waren nur zwei von mehreren Aufgaben, die zu humorvollen Videos führten.

Dazu gehörte auch der gemeinschaftliche Besuch im Schwimmbad – nach Corona-Regeln natürlich. Besonders erfreulich war hier die Unterstützung durch die Stadtwerke und der Wohnungsbaugenossenschaft Hammelburg, die den Eintritt und das Essen für alle Teilnehmer sponserten. Dank dieser Unterstützung konnte der Teilnehmerbeitrag mit nur 5 Euro auch besonders gering gehalten werden.

Extreme Hitze und Abstandsregeln verhinderten zwar ein richtiges Lagerfeuer; dennoch waren gerade die Abende mit der dann schon abkühlenden Luft besonders stimmungsvoll. Kleingruppen lasen Geschichten vor, sangen und spielten. Und zu ganz später Stunde durfte es auch mal richtig gruselig werden. Dann suchten die Kinder nach einer sagenumwobenen Frau in den Wäldern des Hammelbergs. Oft kamen die Kinder erst spät wieder in ihren Zelten an. Und während die einen friedlich schlafen konnten, hatten die anderen mit einem ganz eigenen Zeltlagerbrauch zu kämpfen: Der Reihe nach überfielen die Betreuer die einzelnen Zelte mitten in der Nacht. Das war nicht immer leise: Wenn zehn Betreuer des Nachts plötzlich mit den Kindern in den heimischen Pool sprangen (die Kinder vielleicht auch überraschend und mit Kleidern!), dann war auch für die Nachbarn einiges geboten. Nur Schlaf vermutlich nicht!

Am letzten Abend klang das Zeltlager auf dem Drachenfliegerplatz mit Lagerliedern, Sternenhimmel und etwas Wehmut aus. So wie Zeltlager eben immer endet. Trotzdem waren sich alle Teilnehmer einig: Zeltlager ist und bleibt einzigartig! Dennoch war das Ersatzprogramm eine gelungene Alternative, aus der wir für die Zukunft hoffentlich nichts lernen müssen. „Denn irgendwann wollen wir nach Corona auch wieder unser Zeltlager zurück!“

Christian Fenn

 

Liebe Zeltlager-Betreuer*innen
Anne Greubel, Annika Nitschke, Christian Fenn, Emma Bindrum, Johannes Fella, Lena Weigand, Leonhard Hepp, Magdalena Krapf, Maria Pfaff, Michelle Zehner und Simon Winter! 
Das war mehr als ein Ersatz! So haben wir es auch von den Eltern der teilnehmenden Kinder gehört.
Markus Waite für die Pfarreiengemeinschaft

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